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Allgemeines

Rund 4,5 Billionen Visitenkarten werden heutzutage pro Jahr hergestellt. Das hauptsächliche Nutzungsgebiet liegt dabei im Berufsleben. Sie dienen der diskreten Mitteilung der eigenen Person im Unternehmen, und enthalten meist Kontaktdaten, sowie das Firmenlogo und werden auf Messen oder Konferenzen verteilt um Erstkontakte mit möglichen Geschäftspartnern zu knüpfen. Für das Format gibt es keine festgelegten Regeln, jedoch hat es sich eingebürgert die Größe einer Scheckkarte 85mm x 53mm zu verwenden.

Geschichte

Die Bezeichnung Visitenkarte ist erstmals im 15. Jh im chinesischen Raum aufgetaucht.
Sie diente damals jedoch noch nicht der Werbung, sondern wurde als Besuchskarte (lat. visitare - besuchen) genutzt.
In höheren Kreisen gab der Besucher dem Diener seine Visitenkarte, welcher diese auf einem Silbertablett dem Hausherren übergab. Die Karten waren meist geknickt, was zur vereinfachten Aufnahme diente. Desweitern konnte durch eine bestimmte Art der Knickung bedingt der Anlass und die Gemütsstimmung des Gastes erkannt werden. Die Karte an sich enthielt meist eingearbeitete Ornamente, ein Wappen und den Namen der Person. So konnte der Hausherr entscheiden, ob er seinen Besuch empfangen möchte.
Auf höfischen Festveranstaltungen diente die Visitenkarte auch zur öffentlichen Ankündigung des Gastes.

17. Jahrhundert, England

Mit dem 17. Jh kamen die Visitenkarten nach Frankreich und England, wo sie zu einem festen Bestandteil der Etikette wurden.
In England wurden sie auch Handelskarten (trading cards) genannt. Sie wurden somit bedingt für Werbezwecke genutzt. Sie dienten oftmals als Landkarte oder Stadtplan, um Verkaufsläden zu erreichen, denn damals gab es noch kein Hausnummersystem.
Das Interessante an den Handelskarten war, dass sie noch effektiver als die Zeitungen waren. Sie spielten damals etwa die selbe Rolle für den Verbrauche, wie heute das Internet.
Die ersten Handelskarten wurden im Holzschnitt oder dem Buchdruckverfahren gedruckt. Im 18. Jh.  wurde der Kupferstich als populärste Art genutzt. Auf Grund dessen waren  diese jedoch bis ins 19. Jh sehr monoton gefärbt.
Um 1830, konnten durch die Lithografie auch mehrfarbige Karten gedruckt werden, was zu einem Standard in ganz Europa wurde.
Zeitgleich entwickelte sich der Gebrauch von Visitenkarten auch in Frankreich.

19. Jahrhundert, Europa

Von Frankreich aus, verbreiteten sich die Karten in ganz Europa, sowie Amerika.
Sie waren ein wichtiges Acessoire der höheren Klasse und Mittelschicht des 19. Jh geworden. Gewöhnlicher Weise fanden sie in der Arbeiter- und Bauernschicht keine Anhang.

19. Jahrhundert, Amerika

In Amerika wurden Visitenkarten und Handelskarten strikt getrennt. Handelskarten besaßen sowohl Männer als auch Frauen jeder Klasse, um ihr Gewerbe an zu preisen. Es zählte daher zum schlechten Geschmack Handelskarten für ein privates Gespräch zu nutzen.

19. Jahrhundert, Frankreich

In Frankreich kam es ab Mitte des 19. Jh in Mode Photos der jeweiligen Person auf den Visitenkarten zu bentzen. Diese Form der Visitenkarte wurde Visitenkartenporträt, Visitenkartenfoto oder französisch auch Carte-de-visite genannt. Gewöhnlicher Weise entstand so ein Format von 55 mm x 90 mm.
Als "Erfinder" des Visitenkartenporträts galt  André Adolphe-Eugène Disdéri,
der 1854 auf Anwendung des Kollodiumverfahrens in Frankreich ein Patent angemeldet hatte. Häufig wurden die "carte-de-visite" zum Austausch mit Freunden und Familienangehörigen genutzt und in spezielle Alben geklebt.
Dieser Trend hielt sich etwa bis knapp ins 20. Jh. In deutschen Stundentenverbindungen wurden sie noch etwa bis 1920 als Erinnerungsstücke verschenkt. Somit waren sie der erste fotografische Massenartikel.

Heute

Die Visitenkarte hat sich bis in die heutige Zeit weiterentwickelt. In der Gestaltung oder der Materialwahl ist vieles machbar geworden.

Ein gutes, schlichtes aber dennoch ausgefallenes Design erweckt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Leider werden oftmals einfache Grundregeln nicht beachtet. Beispielsweise kommt es häufiger vor, dass enorm viele Informationen, eventuell sogar über das gesamte Unternehmen auf die Größe einer Visitenkarte gepackt werden. Durch diese Fülle geht das eigentliche Anliegen der Visitenkarte verloren.

Eine Visitenkarte ist kein Flyer, sie dient viel mehr der persönlichen Mitteilung der Person und ihrer Position im Unternehmen, beinhaltet deren Kontaktdaten und das jeweilige Firmenlogo. Denn es gilt noch immer der Anspruch "weniger ist mehr!"

Wichtig ist die schnelle Erfassbarkeit des Grundinhaltes. Natürlich spielt auch das Material ein Rolle. Ein stärkeres Papier liegt besser in der Hand, fühlt sich angenehmer an. Die Bandbreite für ausgefallene Designs ist enorm.

Die richtige Aufmachung der Visitenkarte wird somit den grundsätzlich angestrebten Zweck, einer positiven Resonanz, hervorrufen.

Japan

Traditonell haben Visitenkarten einen sehr hohen Status in Japan. Es gibt einen festen Ablauf bei der Vergabe der Karten. Zuerst gibt die ranghöhere Person der rangniedrigeren oder jüngeren die Karte mit beiden Händen, anschließend verbeugt sie sich. Die selbe Zeremonie findet dann anders herum statt.
Die Karten werden mit sehr viel Respekt behandelt. Sie werden nicht gleich weggesteckt, sondern genau betrachtet. Dann werden sie in passenden Untensilien, wie Ordnern, aufbewahrt. Die Größe der Karte liegt bei 91mm x 55mm. Sie soll absichtlich nicht ins Portemonnaie passen.
Hält man sich in Japan auf, um geschäftliche Kontakte zu knüpfen, dann sollte darauf geachtet werden, dass die Visitenkarten auf der einen Seite englisch und der andern japanisch sind. Das zeugt von Seriösität und der Anerkennung der fremden Kultur.

Visitenkarten-CD

Als neues und vor allem modernes Kommunikationsmittel hat sich die Visitenkarten-CD in der Gegenwart etabliert. Sie ist etwa so groß wie eine normale Visitenkarte im Scheckkartenformat, funktioniert im Prinzip wie eine normale CD und besitzt eine Speicherkapazität von bis zu 50 MB

elektronische Visitenkarte

Elektronische Visitenkarten, genannt vCards, sind Dateien unter der Erweiterung .vcf, die an ausgehende e-mails angehängt werden. Sie können neben Text, Bildern und Grafiken auch Sound enthalten. Per Mausklick kann der Empfänger die Daten direkt ins Adressbuch seines e-mail Progamms übernehmen.

Sammler

In Erenheim, Pensylvania/USA gründete Kenneth Erdmann 1995 das "International Business Card Museum", - IBCM, das heißt ein Museum für Visitenkarten. Mit der Zeit sammelt er rund 156.000 Karten. Er sagte einmal: "die Visitenkarte ist ein bisschen die Erweiterung des Selbst. Es ist, als würde man sich selbst an jemanden anderen weitergeben." Er verstarb 2001 in Philadelphia.
Erdman arbeitete mit Sammlern die unter dem Verzeichnis des "international business Card collectors" - IBCC gelistet sind, zusammen. Seit 1999 gibt es im Internet eine frei zugängliche Liste, durch welche Sammler miteinander Kontakt aufnehmen können. In Deutschland gibt es das "Visitenkartenmuseum La Carte" auf der Yorckstr. 44a in Berlin.

Visitenkartenparty

Eine Visitenkartenparty ist eine Netzwerkveranstaltung zur Kontaktaufnahme zwischen Geschäftstleuten, aller Branchen. Vornehmlich richtet sie sich an kleine und mittlere Unternehmen und dient der Kundengewinnung, Kooperationsgesprächen oder dem Austausch von Erfahrungen. Diese Art der Veranstaltung stammt aus den USA und hat sich vor rund 20 Jahren auch in Deutschland etabliert. Allerdings findet es hierzulande nur im Rahmen einer Mitgliedschaft von Verbänden oder Beschränkungen auf bestimmte Branchen statt. Zuerst registriert man sich auf einer Website und erstellt ein Profil zu seinem Unternehmen, diese werden entweder am Abend der Veranstaltung ausgehängt oder in einem Heft veröffentlicht. Der Eintritt kann von kostenfrei bis zu 50 €, je nach Veranstalter, schwanken.

Quellen:
www.wikipedia.org
 
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